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Poesie

Ohne Titel

Wenn es draußen früher nachtet,
man nicht nur die Gänse schlachtet,
auch der Appel muss vom Baum,
aus - vorbei der Sommertraum.

Doch dann geht´s erst richtig los,
jede Frucht, ob klein, ob groß,
wird getunkt und dann gewaschen
- lang ist´s noch bis in die Flaschen -
wird mechanisch dann geschnitzelt,
richtiggehend aufgefitzelt,
dann mit einer Schöpfekelle
übertragen auf die Schnelle,
in den Rahmen einer Presse,
wo das Tuch man nicht vergesse.

Hier wäre die Arbeit sauer,
doch mit der Hydraulik Pauer,
ist das Drücken eine Lost,
alldieweil der süße Most
aus dem Preßgewerke fließt,
wo man erstmals ihn genießt.

Doch vor des Genusses Spitze,
der durch Alkoholens Hitze
erst so rechte Freude macht,
dauert es noch manche Nacht.
denn der zuckersüße Saft
wird erst durch Fermentekraft
in ein Stadium überführt,
dem der Name Wein gebührt.

Hell und klar und duftbeladen,
mit der feinsten Säure schwaden 
perlt er aus dem Krug zum Glase,
aufgenommen durch die Nase,
strömt er in die durst´ge Kehle
und ergötzet Leib und Seele.

Trago

Das Kind mit dem Gravensteiner

Ein kleines Mädchen von sechs, sieben Jahren,

Mit Kornblumenaugen und strohgelben Haaren,
Kommt mit einem Apfel gesprungen,
Hat ihn wie einen Ball geschwungen,
Von einer Hand ihn in die andre geflitzt,
Dass er blendend im grellen Sonnenlicht blitzt.

Sie sieht im Hofe hoch aufgetürmt
Einen Holzstoß, und ist gleich hingestürmt.
Und wie ein Kätzchen, katzenleicht,
Hat sie schnell die Spitze erreicht,
Und hockt nun dort, und will mit Begehren
Den glänzenden, goldgelben Apfel verzehren.

Da, holterdipolter! pardauz! pardau!
Bricht zusammen der künstliche Bau.
Wie bei Bergrutsch und Felsenbeben
Haben Bretter und Scheite nachgegeben;
Wie alle Neun im Kegelspiel,
So alles übereinander fiel.

Die Leute im Hofe haben's gehört
Und laufen hin entsetzt und verstört;
Die Mutter liegt ohnmächtig, Gott erbarm,
Einem raschen Nachbarn im hilfreichen Arm.
Nun geht's ans Räumen der Trümmer von oben,
Vorsichtig wird Stück für Stück gehoben.

Vorsichtig geht's weiter in dumpfem Schweigen,
Der Atem stockt: Was wird sich zeigen?
Da - sitzt in einer gewölbten Halle
Das lächelnde Kind wie die Maus in der Falle,
Hat schon vergessen den Purzelschrecken,
Und beißt in den Apfel und lässt sich's schmecken.

Detlev von Liliencron

Des Apfels Kern

Am Gartenzaun saß Mutter Wolfen,
sie hatte vielen schon geholfen,
des Lebens Tücke zu verstehn
und munter in die Welt zu sehn.

Wobei ich nicht verhehlen kann,
dass man bisweilen dann und wann
am lustig muntren Augenblitzen
den Schalk man sah im Nacken sitzen.

So tat sie denn beim Apfelschnitzeln
Derselbe wieder kräftig kitzeln,
als sie die Kerne separierte
und säuberlich am Tisch platzierte.

Dies sah die junge Nachbarin,
die etwas einfältig im Sinn,
doch als kokette, hübsche Frau
sich allweil dünkte mächtig schlau.

Und schnippisch kräht sie in die Still:
Gehörn die jetzt zum Sondermüll?
Mitnichten klärt sie auf  die Alte,
ich las in einer Fachblattspalte,
ein Forscher hat es jüngst entdeckt,
in diesen Kernen etwas steckt,
was noch bis dato unbekannt:
Die Kerne fördern den Verstand.

Doch da die Äpfel spärlich heuer,
verkaufe ich sie ziemlich teuer.
Das Monopol macht mich schön stark,
verkauf vier Kerne für drei Mark.

Das junge Ding deucht sich nun klug,
denn Weisheit hat man nie genug,
erwirbt vier Kerne auf der Stell,
man ist ja schließlich wer und hell.

Sogleich beginnt sie mit dem Beißen,
merkt auf und fragt was soll das heißen?
Drei Mark bezahlt ich für die Kerne,
der Händler dort verkauft mir gerne
drei Kilo Äpfel zu dem Preis
wie doch ein jedes Kind schon weis.

Na siehst du, sprach da Mutter Wolfen,
die Kernchen haben schon geholfen.

Trago

Apfeltraum

Wenn des Windmonds Stürme sausen,
Reif bedecket Wald und Flur,
hört man's in den Kellern brausen,
das Vermächtnis der Natur.

Prall gefüllt mit Sommersonne
schäumt des Apfels goldner Most,
gärt zu des Erpressers Wonne
hin zu seiner Lieblingskost.

Und beseelt von dieser Labe
schließt er dankbar dann das Aug',
danket für die Göttergabe,
und daß sie zum Nutzen taug':

Zu des edlen Leibes Fülle
und des Geistes reicher Schläue,
daß sie ihn nicht mache knülle,
aber doch ein wenig bläue!

Trago

Bescheidung

Köstlicher Apfel, sündhaftes Vergnügen,
ich pries dich oft und ohne Lügen,
bewundert' ich den Blütenflor,
der dich in deiner Pracht gebor',
damit zur gold'nen Herbsteszeit
du uns erfreuest in dem Kleid
des zauberhaften Farbenspiels
zwischen dem Ansatz und des Stiels
reizvollem Rund,
das sich umhüllet - dann im Mund,
durchbeißt man deine stramme Hülle,
auf dass uns der Aromen Fülle
gar schier betöret wie ein Traum;
Dank sei dem Schöpfer Apfelbaum!

Als durchgegor'nes Fluidum
bringst du den stärksten Recken um
den Verstand,
wenn er dich in der Flasche fand
und dann in diesem Göttertrank
in himmlisches Berauschtsein sank.

Mich trieb ein lyrisches Entzücken,
könnt' heuer ich nur einen pflücken,
doch leider habe ich gelitten,
weil ich die Bäum' zu stark beschnitten,
denn was nutzt mir ein Apfelbaum,
hängt seine Frucht hoch wie ein Traum?

Drum preis' ich heut', es fällt mir schwer,
bescheiden nur die pomme de terre.

Trago

Es stand auf einer Apfeltafel
ein Tafelapfel schön und rot
Es schluckte schnell der Apfelbauer
den roten Apfel und war tot.

Was lehrt uns diese grausige Geschicht?
Verschlucke einen Apfel nicht!
Zerkau ihn gut und nimm dir Zeit,
Sonst ist es aus in Ewigkeit.

Hans Perting

Aus: "Schlarapfelland", erschienen im Provinz Verlag, I-39042 Brixen (BZ), ISBN 978-88-88118-48-2
Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Provinz Verlags.

Im Netz der tausend Äste
bleibt selbst der Nordwind
hängen
verliert seine Kälte
verwandelt den Eishauch
in warme Hände
die um den Apfel streicheln
die ihn küssen
zartfingrig
bis er rot wird
pausbäckig
vor Scham

Hans Perting

Aus: "Schlarapfelland", erschienen im Provinz Verlag, I-39042 Brixen (BZ), ISBN 978-88-88118-48-2
Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Provinz Verlags.

Gästebuch

Familie Nau | 03. Oktober 2014

Hallo liebe Freunde "DIE ERPRESSER Niederweimar",
wieder haben wir viele Liter Apfelsaft bei "Die Erpresser" pressen lassen.
Schnell, zuverlässig und sauber wird dieser verarbeitet. Man weiß, was man hat.
Für die Kinder immer wieder ein Ansehen, was aus Äpfel gemacht wird und wie!
Macht weiter so und das Obst kommt nicht zu.

Familie Nau aus Weimar

S.H. | 24. September 2014

Ein herzliches Dankeschön an die Erpresser von heute Mittag.
Der Apfelsaft schmeckt köstlich... und ist noch warm:-)

Kelterfreunde Ober-Roden

Kelterfreunde Ober-Roden | 19. März 2011

Moin die Kollegen,
tolle Seite, die Ihr da habt.
Wir wünschen weiterhin gutes Gelingen.

Kelterfreunde Ober-Roden

Michael Rahlke | 04. September 2009

Na denn Prost…..
Lieber Eckhard, wie mutiert ein ing.agr. zum Erpresser? :-)
Beste Grüße aus dem apfellosen und pressfreien Ruhrgebiet.

ppa. Michael Rahlke

Micha aus Marburg | 26. Oktober 2005

Hallo Eckhard, lecker!

Micha

froheshaus | 12. Oktober 2004

letztes jahr war der saft superlecker, wir sind wieder am sammeln und kommen bald, um sie zu erpressen.

Hauptapfellieferant (Daniel) | 1. Oktober 2004

Hi, Eckhard.
Super Seiten, aber das Photo auf der Hompage müsste mal erneuert werden. So ein Photo mit dem Hauptanlieferer von Äpfeln wäre nicht schlecht. :-)

claudia und dieter hoffarth | 31. Mai 2004

hallo eckhard - eine sehr amüsante seite habt ihr da und euer photo - sehr ***y!!! aber das mit dem äpfelaufsammeln habe ich immer noch nicht verstanden, das solltet ihr etwas genauer erklären..... : )

liebe grüße, bis spätestens zum hoffest
eure hoffarth's

Else (Madeleine) und Joe | 1. Oktober 2003

Hallo Ihr Lieben,
ich wollte mich noch mal ganz herzlich für den wunderschönen Sonntagnachmittag bedanken. Es war toll bei euch! Und der herrliche Apfelkuchen war auch suuuper lecker.

Liebe Grüße Joe und Else
PS: Eure HP ist klasse.

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